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Die Tiefsee

Das letzte unerforschte Territorium der Erde

Die unbekannte Welt

Die Tiefsee beginnt ab etwa 200 Metern Tiefe, wo kein Sonnenlicht mehr hingelangt. Sie bedeckt mehr als 65% der Erdoberfläche und ist damit das größte Ökosystem unseres Planeten.

11.034 m
Tiefster Punkt
1–4 °C
Temperatur
95%
Unerforscht
1.100 bar
Max. Druck
Foto: Wikimedia Commons

Gigantismus der Tiefe

In der Tiefsee werden viele Tiere ungewöhnlich gross - ein Phänomen namens Tiefseegigantismus:

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Riesenasseln (Bathynomus) werden bis zu 50 cm lang - ihre Verwandten an Land sind nur 2 cm gross.
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Riesenkalmare erreichen bis zu 13 Meter Länge. Erst 2004 wurde erstmals ein lebender gefilmt.
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Japanische Riesenkrabben haben eine Beinspannweite von bis zu 3,7 Metern.
Foto: Wikimedia Commons

Hydrothermalquellen

Am Meeresboden schießen bis zu 400 Grad heißes, mineralreiches Wasser aus vulkanischen Schloten. Diese "Black Smokers" und "White Smokers" beherbergen ganze Ökosysteme, die nicht von Sonnenlicht, sondern von Chemosynthese leben - Bakterien gewinnen Energie aus Schwefelwasserstoff. Eine Entdeckung, die unser Verständnis von Leben grundlegend verändert hat.

Foto: NOAA / Wikimedia Commons

Röhrenwürmer

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Riftia pachyptila - diese Riesenrohrenwurmer werden bis zu 2 Meter lang und leben an heissen Quellen in der Tiefsee.
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Kein Mund, kein Magen - sie haben kein Verdauungssystem. Stattdessen leben symbiotische Bakterien in ihrem Körper, die Schwefelwasserstoff in Nahrung umwandeln.
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Schnelles Wachstum - sie gehoren zu den am schnellsten wachsenden Wirbellosen und können uber 80 cm pro Jahr zulegen.
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Rote Kiemen - die leuchtend roten Tentakel enthalten Hämoglobin, das Schwefelwasserstoff und Sauerstoff transportiert.
Foto: Ifremer / Wikimedia Commons

Der Dumbo-Oktopus

Mit seinen flossenartigen "Ohren" schwebt der Dumbo-Oktopus (Grimpoteuthis) elegant durch die Tiefsee - in Tiefen von bis zu 7.000 Metern. Er ist damit eines der am tiefsten lebenden Tiere überhaupt. Seine Ohren-Flossen erinnern an Disneys Dumbo, daher der Name. Anders als andere Oktopoden jagt er nicht aktiv, sondern gleitet langsam uber den Meeresboden.

Foto: NOAA / Wikimedia Commons

Der Vampirtintenfisch

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Vampyroteuthis infernalis - "Vampirtintenfisch aus der Hölle" - trotz des Namens ein harmloses, sanftes Tier.
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Lebendes Fossil - er ist weder Tintenfisch noch Oktopus, sondern der letzte Vertreter einer eigenen Ordnung.
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Biolumineszenz - sein gesamter Körper ist mit Leuchtorganen bedeckt, die er wie ein Lichtshow steuern kann.
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Sauerstoffminimum - lebt in 600-1.200 m Tiefe, wo kaum Sauerstoff vorhanden ist. Kein anderer Kopffüßer überlebt dort.
Illustration: Carl Chun / Wikimedia Commons

Biolumineszenz

In der ewigen Dunkelheit der Tiefsee erzeugen über 90% aller Lebewesen ihr eigenes Licht:

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Tarnung - Counter-Illumination: Tiere leuchten an der Unterseite, um ihren Schatten gegen das schwache Licht von oben zu verbergen.
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Jagd - Anglerfische locken Beute mit leuchtenden Ködern direkt vor ihr Maul.
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Kommunikation - Lichtblitze dienen der Partnerfindung und Artenerkennung in der Dunkelheit.
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Verteidigung - manche Quallen stoßen leuchtende Partikel aus, um Räuber zu verwirren.
Foto: NOAA / Wikimedia Commons

Der Marianengraben

Der tiefste Punkt der Erde: das Challengertief im Marianengraben, 11.034 Meter unter dem Meeresspiegel. 1960 tauchten Jacques Piccard und Don Walsh mit der Bathyscaphe Trieste erstmals dorthin. Der Druck beträgt dort uber 1.000 bar - das Tausendfache des Drucks an der Oberfläche. Trotzdem fanden sie Leben: ein plattfischartiges Wesen und Garnelen.

Foto: U.S. Navy / Wikimedia Commons

Bizarre Kreaturen

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Flapjack-Oktopus - flach wie ein Pfannkuchen gleitet er uber den Meeresboden. Vorbild fur "Pearl" aus Findet Nemo.
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Blobfisch - an der Oberfläche sieht er traurig aus, in seiner Tiefe ist er ein normaler Fisch. Der Druckunterschied verformt seinen Körper.
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Viperfisch - mit Zahnen so lang, dass er sein Maul nicht schliessen kann. Ein perfekter Hinterhaltjager.
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Seegurken - auf dem Tiefseeboden machen sie bis zu 95% der Biomasse aus und recyceln organisches Material.
Foto: Wikimedia Commons
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Vielen Dank!

Die Tiefsee - das größte Abenteuer wartet unter der Oberfläche